Ausrüstung

Saucony Mirage

Der Zweitschuhtest nimmt Form an: Eine Woche nachdem ich den Saucony Mirage auspacken durfte, hat der Schuh drei abwechslungsreiche Einheiten hinter sich. Einen zügigen langen Lauf, einen lockeren Lauf und einen Intervall-Lauf. Zusammenfassend und kurz gesagt: Der erste Eindruck hat sich bestätigt. Der Schuh ist tatsächlich sehr dynamisch und direkt, gleichzeitig aber auch bequem. Er kombiniert die Vorzüge verschieder Schuhtypen (Racing, Lightweight, Stabilschuh) und ist somit für alle o. g.  Laufformen hervorragend geeignet.

Die Frage, ob ich mit dem Schuh den nächsten Halbmarathon laufe, kann ich mit ja beantworten. Leicht genug ist er, direkt genug ist er und auch auf diese längere Distanz dauerhaft bequem. Ich hatte zuletzt ja Probleme, als ich in Kandel den Halbmarathon mit einem Racingschuh gelaufen bin. Zugegeben: Nach dem ersten Lauf hatte ich kurzzeitig etwas Schmerzen im Knöchelbereich, was auf die neue bzw. andere Belastung beim Laufen durch den Schuh zurückzuführen ist.

Step into minimalism“ ist das Credo der Zweitschuhreihe von Saucony – der Schuh unterstützt nur soviel wie möglich die natürliche Bewegung des Läufers. Daher sind die Schuhe nur bedingt für Anfänger geeignet, deren Muskulatur noch nicht ausreichend trainiert ist. Folgendes Video erklärt die Thematik näher:

 

Minimalistisch ist der Schuh keinesfalls. Ich bin vorher noch nie Saucony gelaufen und habe eigentlich auf eine andere Marke geschwört. Dieser Schuh ist allerdings mehr als nur eine Alternative zum DS Trainer, den ich zuvor am meisten gelaufen bin. Zumindest für meine Füße ist der Mirage noch bequemer, vom Gewicht und der Spritzigkeit nehmen sich beide nichts, vom Design überzeugt der Mirage. Wie sich das Laufgefühl weiter entwickelt bleibt natürlich noch abzuwarten, allerdings kann es sein, dass ich mit dem Schuh meinen neuen Liebling gefunden habe…

Aber wie hat sich der Schuh genau geschlagen? Dazu eine Zusammenfassung der besagten drei Einheiten in der letzten Woche.

Langer Lauf

Der lange Lauf war auf 18 km angesetzt, die ich zügig angehen wollte um zu schauen wie sich der Schuh verhält.  Ich stand also in den neuen Schuhen und war gespannt, was auf den nächsten Kilometern passiert und wie meine Füße danach aussehen werden. Mit voller Absicht bin ich daher im Wettkampftempo los und wollte schauen, wann der Einbruch bedingt durch nicht eingelaufene Schuhe kommen würde. Aber Fehlanzeige! Um noch etwas Distanz zum Auslaufen zu haben, habe ich nach 15 km das Gas rausgenommen. Durchgangszeit an der Stelle war 1:01:33 h. Der Schuh hat sich wunderbar angefühlt und ist das Tempo von 4:06 min/km ohne Probleme mitgegangen.

Doch was würde im Lauf des Tages oder am nächsten Tag passieren? Druckstellen oder Blasen am Fuß? Muskelkater? Nichts. Abgesehen von bereits besagten minimalen Schmerzen am Knöchel war nichts. Und das ist bei allen neuen Schuhen normal.

Test bestanden!

Daten zum Lauf gibt es hier!

Lockerer Lauf

Nachdem der lange Lauf keinerlei Probleme mit sich brachte, konnte plangemäß ein lockerer Lauf angegangen werden. Diesen habe ich seit langem mal wieder vor der Arbeit morgens um 5:45 Uhr gestartet. Beim Blick aus dem Fenster sah ich schon die Pfützen, es hat die Nacht über geregnet und die Straßen waren entsprechend rutschig. Das war aber gut, denn so konnte ich prüfen wie sich die Sohle verhält.

Hierbei gab es auch keine Probleme, ich hatte besten Halt sowohl auf Asphalt als auch auf den Waldwegen. Dadurch, dass das Obematerial relativ durchlässig ist, waren etwas nasse Füße unvermeidbar, aber auch nicht weiter schlimm. Sowas gehört bei einem Lauf im Regen und durch Pfützen einfach dazu. Insgesamt ein sehr angenehmer Lauf, da der Mirage auch mit seiner Dämpfung punkten kann. Ist er bei schnellerem Tempo recht direkt, so wirkt er bei gemäßigtem Tempo äußerst weich und komfortabel.

Test bestanden!

Daten zum Lauf gibt es hier!

Intervall-Lauf

Eine Laufwoche sollte aus einer lockeren Einheit, einer langen Einheit und einer Tempoeinheit bestehen. Daher war der nächste Test ein Intervall-Lauf. Die schnellen Intervalle habe ich auf eine Meile ausgelegt, da eine Runde um den Erlachsee im Oberwald genau dieser Distanz entspricht. Als Erholungsphase mussten 400 m reichen… Die Schuhe habe ich so eng es ging geschnürt, allerdings bestand weiterhin ein angenehmes Tragegefühl. Bei dieser Einheit benötigt man einen sehr direkten Schuh, um auch wirklich Gas geben zu können. Mal schauen, ob der Mirage auch dafür geeignet ist…

Nach dem Einlaufen ging es auf die erste schnelle Runde über 1,6 km, möglichst in einem 3:35 min/km-Schnitt. Auffallend bei den ersten Metern im schnellen Tempo war das „Rausfedern“ beim Abdrücken. Der Schuh unterstützt die schnelle Bewegung sehr gut, einen Tick zu weich ist er mir allerdings. Dafür ist ein Racingschuh natürlich erste Wahl – trotzdem verhilft der Schuh zu einem 3:29 min/km-Schnitt auf der ersten Runde. 400 m Traben und auf zur zweiten schnellen Runde. Erneut 3:29 min/km und erneut sehr angenehm zu laufen. Nach einer weiteren kurzen Erholungsphase hat es bei der dritten schnellen Einheit „nur“ für einen Schnitt von 3:33 min/km gereicht, wofür der Schuh aber nichts kann 🙂 Mir ist schlichtweg etwas die Puste ausgegangen…

Aber auch hier: Test bestanden.

Daten zum Lauf gibt es hier!

Dann wurde es aber auch Zeit für den Feierabend. Und auch Zeit für das Fazit der ersten Testwoche: Der Schuh hält voll und ganz was er verspricht und übertrifft sogar meine Erwartungen. Er ist für schnelle Einheiten einsetzbar, für gemäßigte Einheiten, schafft ohne Probleme Intervalle und lange Läufe. Jedesmal unterstützt er die Bewegung soweit es nötig ist und sorgt damit für ein tolles Gefühl beim Laufen.

Wie der Schuh sich auf Dauer schlägt werde ich in den kommenden Wochen sehen, auch wie sich etwa die Sohle abnutzt oder andere Verschleißerscheinungen auftreten. Testläufe wird es noch genug geben, denn der Schuh ist definitiv zu meinem momentanen Lieblingsschuh aufgestiegen. Mal sehen, ob das so bleibt…

7 Kommentare zu “Saucony Mirage

  1. Toller, ausführlicher Bericht! Habe schon soviel Gutes über den Saucony Mirage gehört, dass ich wohl nicht mehr lange drum herum komme ;-).

  2. Danke! Morgen ist noch einmal eine lange Strecke fällig, dann hat der Mirage wieder ein paar Kilometer mehr drauf. Dann ist es Zeit für einen weiteren Bericht!
    Aber stimmt – an dem Schuh kommt man nicht vorbei 😉

  3. Pingback: ...und weiter geht der Test! | Florian Bernard

  4. Pingback: Neue Laufschuhe Saucony ProGrid Mirage – da geht die Sonne auf - startblog-f | das blog über das laufen für läufer der f-klasse

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  6. Pingback: Ein Schuh und drei Werbespots | Florian Bernard

  7. Pingback: 2011: Der schnelle Rückblick im LaufschrittSchrittkultur | Schrittkultur

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