Laufgedanken

Vortrag über das Laufen – klug, erfolgreich und gesund werden

Inspirierende Gedanken zum Laufen

Ich laufe regelmäßig in der Mittagspause. Und zu einer Mittagspause gehört im Normalfall auch ein Beruf. Als Client Director der Explain GmbH, dem führenden Unternehmen für Präsentationen in Deutschland, dreht sich bei mir alles darum, wie man Menschen mit guten Präsentationen und Vorträgen bewegen kann. Eine grundlegende Voraussetzung dafür ist es unter anderem, dass man etwas mit Leidenschaft präsentiert. Daher ist es auch kein Zufall, dass sich mein inspirierender Vortrag im Rahmen der ersten „Explain Stage“ mit dem Phänomen des Laufsports auseinandersetzt. Genau genommen, wie man durch das Laufen klug, erfolgreich und gesund werden kann. Der Titel: Lauf für dein Leben.

Inspirierende Vorträge auf der „Explain Stage“

Die Explain GmbH lebt und liebt das Präsentieren. Durch gute Präsentationen können Menschen bewegt, inspiriert und berührt werden. Ähnlich wie die weltweit bekannteste Vortragsreihe, die TED-Konferenzen (dazu zähle ich auch alle TEDx-Ableger), wurde am Abend des 25. März 2016 die erste „Explain Stage“ ins Leben gerufen. Insgesamt sieben inspirierende Vorträge wurden gehalten, keiner länger als 12 Minuten. Im Medientheater des ZKM in Karlsruhe, einer von Deutschlands besten Locations für Vortragsveranstaltungen, durften über hundert Menschen exklusiv an diesem Abend verschiedene Themen verfolgen.

Den Abschluss des Abends machte ich und wollte mit meinem Vortrag über das Laufen erreichen, dass die Menschen im Publikum sehen, welche Vorteile der Laufsport hat und wie einfach es eigentlich ist. Aber an dieser Stelle soll der Hinweis darauf gestattet sein, dass für alle lesefaulen Besucher ganz unten auch das Video des Vortrags zu sehen ist.

Hunderte Menschen begeistert mit dem Vortrag über das Laufen.
Auf der Bühne bei der Explain Stage.

Eine Geschichte über das Laufen

Eigentlich hat sich das Laufen erst vor gut 50 Jahren so richtig entwickelt. Das ist eigentlich paradox, denn schließlich können wir ja seit gut 200.000 Jahren laufen. Laufen war essentiell für die Evolution von uns Menschen, denn entweder sind wir früher unserer Beute hinterhergelaufen oder wir sind als potentielle Beute vor anderen Jägern weggelaufen. Wenn wir etwas konnten, dann war es das Laufen. Aber bis vor kurzem gab es noch weit verbreitete Irrtümer darüber. So waren beispielsweise Frauen bis in die 70er Jahre nur offiziell bis zu Distanzen bis 800 m zugelassen. Mehr war nicht drin.

Man nahm sogar an, dass Frauen unfruchtbar würden bei einem Marathon, da ihnen die Gebärmutter rausfallen würde. Und diese medizinische These ist noch keine 50 Jahre her. Daher nahmen auch keine Frauen an Langstreckenläufen teil. Nur ein paar wenige Frauen, darunter auch Katherine Switzer nahmen das nicht ganz ernst. Ihr Start beim Boston Marathon im Jahr 1967 führte dazu, dass Frauen mittlerweile hervorragende Zeiten bei Marathons laufen. Obwohl es ein Startverbot zu der Zeit für Frauen gab und obwohl der Renndirektor sie gewaltsam von der Strecke drängen wollte, erreichte sie das Ziel nach 42 km. Und das im Anschluss daran unter medialer Beachtung.

Vortrag über das laufen mit der Story von Katherine Switzer.
Beim Vortrag hatte auch die Geschichte von Katherine Switzer eine zentrale Rolle.

Seitdem ist dann auch viel passiert. Man hat einiges herausgefunden in Bezug auf den Laufsport – um drei Dinge soll es jetzt gehen.

Erstens: Laufen macht klug

Läufer sind die zufriedeneren Menschen – das ist schon länger bekannt und das wird auch niemand in Frage stellen. Aber immer mehr Indizien weisen auch darauf hin, dass Läufer nicht nur zufriedener, sondern auch klüger sind. Zumindest fördert Laufen die kognitiven Fähigkeiten: zu denken, Probleme zu lösen oder kreative Ideen zu entwickeln. Das funktioniert unabhängig vom Alter und bezieht sich auf alle geistigen Prozesse, die man für den Erwerb von Wissen benötigt. Das umfasst Wahrnehmung, Konzentration, logisches Denken und Urteilsvermögen. Ab einem gewissen Alter wird es mit dem Laufen schwer, aber bis dahin kann man einiges für die grauen Zellen machen.

Um das nachzuweisen hat man u.a. auch den Stroop-Interferenztest genutzt. Man geht dabei davon aus, dass die Benennung der Farbe eines gezeigten Wortes länger dauert, wenn das Wort der Farbe widerspricht. Beispiel: Das Wort „Grün“ ist in blauer Farbe geschrieben, danach das Wort „Rot“ in gelber Farbe und so weiter. Die Aufgabe ist es, die Farbe zu benennen und nicht das Wort vorzulesen. Klingt komisch, ist aber so. Oder besser: klingt einfach, ist aber schwer. Die Probanden in den Studien konnten nach läuferischer Belastung jedenfalls besser abschneiden als vorher. Und Menschen, die regelmäßig laufen, steigern diese Fähigkeit übrigens auch langfristig. Nicht nur der Körper wird fit, auch das Gehirn. Das steht auch in Zusammenhang mit dem folgenden zweiten Punkt.

Zweitens: Laufen macht erfolgreich

Ein Blick in die Wirtschaft (nicht die Kneipe) genügt: Laufen ist der Lieblingssport der Top-Manager. Nur jeder 600. Deutsche ist in seinem Leben bereits einen Marathon gelaufen aber jeder 10. Chef eines Konzerns macht das regelmäßig. Hier haben wir natürlich wieder das Henne-Ei-Problem – der Zusammenhang zwischen erfolgreichen Menschen und dem Laufsport ist aber zweifelsfrei vorhanden.

Bei dem Vortrag über das Laufen konnten über 100 Menschen begeistert und inspiriert werden.
Bei dem Vortrag läuft es auch auf der Bühne vor über 100 Menschen.

Beim Laufen geht es nicht nur um die physische Gesundheit, sondern auch um die stärkenden Erfolgserlebnisse. Ich kenne keinen anderen Sport, bei dem man so schnell Erfolgserlebnisse sammeln kann. Die ersten 5 km am Stück, die erste Stunde am Stück, der erste 10 km Volkslauf oder dann irgendwann der Marathon.  Das steigert Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Und ganz wichtig: Erfolg heißt nicht gewinnen, sondern seine Ziele zu erreichen. Ich würde soweit gehen, dass für viele Menschen sogar das erste Binden der Laufschuhe schon ein Erfolg ist. Aller Anfang ist schwer, lohnt sich offensichtlich aber.

Daneben lernt man auch durch den Laufsport seine eigenen Grenzen zu sprengen. Hier kommt die momentan viel diskutierte 40%-Regel der Navy-SEALS ins Spiel. Diese Regel besagt, dass man eigentlich erst 40% seiner Leistung abgerufen hat, wenn man meint nicht mehr zu können. Wer kennt das nicht? Bei Kilometer 4 kommt bei einem 10 km Wettkampf auf einmal der Mann mit dem Hammer auf dem Schweinehund angeritten. Hat man diese Stelle überwunden, dann läuft es (fast) automatisch bis ins Ziel. Auch hier wieder: Neben der physischen Kraft wird durch das Laufen auch die mentale Kraft und Entschlossenheit gesteigert.

Drittens: Laufen hält gesund

Das ist der offensichtlichste Punkt. Eigentlich ist man verrückt oder im wahrsten Sinn des Wortes lebensmüde, wenn man es kann und es nicht tut: Laufen stärkt das Immunsystem, den Stoffwechsel, das Herz und die Lungen, die Knochen und die Nieren, verbessert das Hautbild und beugt Schäden an der Wirbelsäule und den Kniegelenken vor. Knieoperationen finden übrigens meistens statt, weil die Menschen zu wenig Sport treiben und nicht weil sie zu viel laufen. Laufen senkt den Ruhepuls, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vermindert Bluthochdruck, Diabetes, Erkältungen, Fettstoffwechselstörungen, hilft bei Atem- und Schlafproblemen. Und vieles mehr.

Meine Sicht von der Bühne beim Vortrag über das Laufen.
Die Sicht von der großen Bühne beim Vortrag.

Außerdem hält das Laufen jung, denn das biologische Alter kann um zehn Jahre gesenkt werden. Und eine Langzeitstudie hat gezeigt, dass das Sterberisiko gegenüber Nichtläufern um 42% sinkt. Da sollten doch Entschuldigungen wie „heute ist es zu kalt“, „es regnet aber“, „och nö“ oder „morgen fange ich an“ überhaupt nicht zählen, oder? Wem etwas an seiner Gesundheit und an seinem Leben liegt, der sollte am besten noch heute loslaufen. Nicht umsonst lautet auch der Titel des Vortrags „Lauf für dein Leben“.

Alles ist möglich – auch in der Mittagspause

Ich bin oft auf der Überholspur der Autobahn unterwegs. Zum einen im Auto auf dem Weg zu Kunden und Partnern, zum anderen ist die Autobahn aber auch immer wieder im Kopf vorhanden, da immer sehr viel um mich herum los ist. Da gibt es immer einige Baustellen und Probleme, die gelöst werden müssen und Dinge, die entschieden werden müssen. Laufen bedeutet für mich aus dem Alltag auszubrechen und abzuschalten.

Da es die einfachste Sportart ist, die es gibt und man sofort loslaufen kann, laufe ich am liebsten in der Mittagspause, um in die zweite Tageshälfte ganz frisch einzusteigen. Beim Laufen gibt es kein Telefon, keine Mails und kein Social Media. Nach ein paar Minuten sind die Gedanken vom Vormittag weg, alles löst sich und ich komme auf neue Gedanken. Gibt es etwas besseres?

Klugheit, Erfolg und Gesundheit – alles durch Läufe in der Mittagspause möglich. Das alles, was ich in diesem Artikel beschrieben habe, ist im Prinzip der Inhalt des Vortrags über das Laufen gewesen. Trotzdem lohnt es sich, die elf Minuten anzuschauen und mit allen Laufbegeisterten und auch Laufmuffeln zu teilen. Denn in meiner Recherche für den Vortrag habe ich keine frei zugängliche deutsche Präsentation gefunden, die sich mit dem Thema befasst.

Daher freue ich mich, wenn ihr durch das Teilen dazu beitragt, dass noch mehr Menschen in die Laufschuhe steigen und die Gesellschaft dadurch klüger, erfolgreicher und gesünder wird. Wäre doch prima oder was meint ihr?

2 Kommentare zu “Vortrag über das Laufen – klug, erfolgreich und gesund werden

  1. ich finde das Klasse das sich einer mal damit befasst und so viele gute Punkte gebracht hat. Ich selbst gehe auch fast jede Mittagspause laufen

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