Ausrüstung Laufgedanken

Laufschuhe – besser und gesünder laufen mit einem Haufen davon

Haufenweise Laufschuhe

Vor einigen Wochen merkte ich deutlich, dass meine Laufschuhe schon einige Kilometer auf dem Buckel hatten. Die meisten Laufschuhe waren vier bis fünf Jahre alt und trotz der Laufpause bis Anfang des Jahres ziemlich durch. Daher wurde es jetzt mal Zeit auszumisten und entsprechend das Laufschuhregal zu ergänzen.

Eine Faustregel besagt, dass man so viele Paare Laufschuhe benötigt, wie die Anzahl der Laufeinheiten pro Woche. Das bedeutet erst einmal höhere Kosten zu Beginn, dafür halten die Laufschuhe auch alle entsprechend länger. Der Hintergrund des Laufens mit unterschiedlichen Laufschuhen beläuft sich prinzipiell auf zwei Gründe.

Gesünderes Laufen durch unterschiedliche Belastungen

Dieses Prinzip entspricht dem der Bewegung generell: Einseitigkeit führt zu Problemen. Der eine Schuh beansprucht im Normalfall andere Muskeln, Sehnen und Gelenke als der andere Schuh. Mein Saucony Virrata hat beispielsweise eine Sprengung von 0 Millimetern. Die Sprengung bezeichnet den Höhenunterschied zwischen Vorderfuß und Ferse. Damit steht der Fuß in seiner natürlichen Stellung im Schuh. Ist man jedoch „normale“ Laufschuhe mit einer Sprengung von 12 Millimetern gewohnt, dann wird logischerweise bei jedem Schritt u.a. die Wadenmuskulatur stärker beansprucht und weiter gedehnt.

Eine einseitige Belastung führt zu einer Einschränkung im Bewegungsablauf, da nur ein Teil der Muskulatur trainiert wird. Wichtig für ein effizientes Laufen ist es, möglichst bei allen Teilen der relevanten Muskulatur auch Reize zu setzen. Dazu benötigt man verschiedene Schuhe und am besten auch von unterschiedlichen Herstellern. Die Schuhe sollten aber eines gemeinsam haben: Sie sollten den natürlichen Bewegungsablauf unterstützen. Daher sollte man sich (gerade als untrainierter Läufer zu Beginn) an erfahrene Laufshops wenden und nicht einen Neutralschuh, einen Stabilschuh und einen Wettkampfschuh kaufen, um eine möglichst heterogene Auswahl an Schuhen zu haben. Damit ist der Verlust der Motivation durch Schmerzen vorprogrammiert.

Effizienteres Laufen durch unterschiedliche Laufschuhe

Kennt man seine Bewegungen und Anforderungen, macht es Sinn, für unterschiedliche Einheiten sich Schuhe zu besorgen. Eine Trainingswoche darf nicht nur aus gleichmäßigen Einheiten bestehen, bei denen das gleiche Tempo gelaufen wird. Es sollte in einer Woche eine lockere Einheit, eine lange Einheit und eine intensive Einheit (Tempolauf, Intervall-Lauf, Pyramide, Fahrtspiel) – so kommen die Erfolge am schnellsten. Und dafür sollten auch die entsprechenden Schuhe bereitstehen.

Für die lange Einheit sollte der Schuh möglichst komfortabel und bequem sein. Hier liegt der Fokus nicht auf dem Tempo, daher spielt das Gewicht auch nur eine untergeordnete Rolle. Für eine intensivere Einheit bieten sich Lightweight-Trainer an, die schnelle Bewegungen besser unterstützen. Bei der lockeren Einheit kann dann alles genutzt werden – vom superkomfortablen Schuh bis hin zum minimalistischen Barfußschuh – je nach Lust und Laune.

Eine exemplarische Auswahl meiner Laufschuhe

Konkret könnte das also aussehen wie bei mir im Keller. Für verschiedene Einheiten und Belastungen gibt es mindestens einen Schuh – dabei muss es auch nicht immer der neuste Hype sein. Die besten Erfahrungen im Wettkampfschuh mache ich zum Beispiel noch immer mit dem DS Racer 7 von Asics – und der kam vor 7 Jahren auf den Markt.

Was also habe ich an Laufschuhen an den Füßen? Aktuell sieht mein Fundus so aus:

Adidas Adizero Tempo Boost 7

Laufschuh Adidas Adizero Tempo Boost 7
Adidas Adizero Tempo Boost 7

Ein leichter und zugleich stabiler Laufschuh. Die Dämpfung ist relativ gering, durch die Boost-Technologie werden die Kräfte bei jedem Aufprall gut verteilt. Man hat den Eindruck, dass diese Energie genutzt wird, um den Läufer nach vorne zu federn. Zumindest vermittelt die Werbung des Herstellers diesen Eindruck.

Einsatzzweck: Training allgemein und schnell und erste Wahl für die Halbmarathondistanz

Saucony Kinvara 7

Laufschuh Saucony Kinvara 7
Saucony Kinvara 7

Ich war begeisteter Tester des Kinvara 3 vor ein paar Jahren und muss sagen, dass mich auch die Version 7 begeistert. Ein sehr leichter, aber trotzdem bequemer und sockenähnlicher Schuh. Für schnelle Einheiten über eine längere Distanz bis 15 km hervorragend geeignet, für Bestzeiten bis 10 km aber zu bequem. Ausgestattet mit der Everun-Technologie, die die Aufprallkräfte im Fersenbereich besser aufnimmt und einer geringen Sprengung von 4 mm.

Einsatzzweck: Training allgemein und schnell

Saucony Fastwitch 7

Laufschuh Saucony Fastwitch 7
Saucony Fastwitch 7

Den Saucony Fastwitch habe ich erst seit zwei Wochen. Es ist ein sehr direkter und relativ ungedämpfter Schuh mit einer geringen Sprengung von 4 mm. Auf Asphalt mit einem unglaublichen Grip ausgestattet, auf Waldwegen zeigt er Schwächen. Das ist ein Schuh für Tempo- und Intervall-Läufe und Läufe bis 10 km.

Einsatzzweck: Training schnell und Volksläufe bis 10 km

Asics DS Racer 7

Laufschuh Asics DS Racer 7
Asics DS Racer 7

Der DS Racer war einer meiner ersten Laufschuhe, den ich mir vor 6 Jahren gekauft hatte. Da ich ihn fast ausschließlich zu Volksläufen anziehe und ab und nur selten zu anderen schnellen Einheiten, ist er noch immer mein Lieblings-Rennschuh bis 10 km.

Einsatzzweck: Training schnell und erste Wahl für Volksläufe bis 10 km

Nike Air Zoom Elite 5

Laufschuh Nike Air Zoom Elite 5
Nike Air Zoom Elite 5

Der Nike Air Zoom Elite 5 wurde bereits vor vier Jahren von mir getestet, allerdings war ich damals nicht so zufrieden damit. Heute hingegen ist es ein stabiler Schuh, der vor allem für langsamere und längere Einheiten von mir eingesetzt wird. Er wirkt im Vergleich zu den anderen Schuhen relativ wuchtig und schwer, läuft sich aber äußerst bequem. Auch solche lockeren und langsameren Läufe stehen in einem Trainingsplan, dafür ist er meine erste Wahl.

Einsatzzweck: Training allgemein und langsam

Saucony Virrata

Laufschuh Saucony Virrata
Saucony Virrata

Der Virrata ist ein Exot unter meinen Laufschuhen. Er ist extrem leicht und hat keine Sprengung. Ebenso kann man ihn auch problemlos barfuß tragen. Diesen Schuh nutze ich für alle möglichen Einheiten in regelmäßigen Abständen, um die Muskulatur anders zu beanspruchen. Allerdings sollte man als untrainierter Läufer damit aufpassen, da hier eine hohe Belastung entsteht.

Einsatzzweck: Training allgemein

Laufschuhe – viel gewinnt

Ich komme also bei mir auf sechs Paare. Allerdings laufe ich auch noch Modelle, die ich vor sechs Jahren gekauft habe. Insgesamt macht es preislich auf lange Sicht keinen Unterschied, da man die Schuhe nicht so schnell runterläuft aufgrund der Alternativen. Aber gesundheitlich und vom Trainingseffekt macht es einen großen Unterschied.

Und eine Bitte zum Schluß: Bitte vernachlässigt das Design der Schuhe – es gibt einfach keine bzw. nur sehr wenige Schuhe, die man als „schön“ bezeichnen könnte. Zum Teil sind die Farbkombinationen einfach nur abenteuerlich und teilweise potthässlich. Aber wer weiß – vielleicht ändert sich das ja irgendwann.

Wie viele Laufschuhe habt ihr denn im Regal stehen?

1 Kommentar zu “Laufschuhe – besser und gesünder laufen mit einem Haufen davon

  1. Bin gerade erst auf deine Seite gestoßen…. Tolle Berichte…

    übrigens hab ich nur 2 Laufschuhe, werde mir aber diese Woche noch ein drittes Paar zulegen. – Dank deines Fürsprechens.

    Lieben Gruß

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